Focusing

Der Spur des inneren Erlebens folgen

Von der Gesprächstherapie zu Focusing

Der aus Wien stammende amerikanische Psychologe Eugene Gendlin hat mit der Entwicklung von Focusing eine ebenso behutsame wie wirkungsvolle Methode geschaffen, wie man mit den eigenen Gefühlen in Kontakt treten und sich von ihnen in Problemsituationen leiten lassen kann. Focusing hat im personenorientierten Ansatz der Klientenzentrierten Gesprächstherapie von Carl Rogers seinen Anfang genommen. Ein wesentlicher Unterschied zur Gesprächstherapie ist aber im Focusing die Bedeutung des körperlichen und imaginativen inneren Erlebens sowie das Ausdrücken dieses Erlebens.

Die zentrale Bedeutung des "Felt Sense"

Im Englischen bedeutet "to focus", sich auf etwas scharf einstellen, konzentrieren. Die Besonderheit im Focusing-Prozess ist die innere Orientierung des Gesprächs an bedeutungshaltigen Körperempfindungen, dem sog. Felt Sense. In ihm begegnet der Klient einer körperlich gespürten Resonanz zu seinen Problemen. Focusing wird so für den Klienten zu einem Prozess, der heraus aus dem Kopf und hinein in den Körper führt.

Focusing nutzt das kreative Potential des Körpers

Im Kontakt mit dem "Felt Sense" lernt der Klient eine Art Innenschau, bei der es darum geht, sich dieser Resonanz bewusst zu werden. Durch schrittweises Suchen nach stimmigen Worten, Bildern und Bewegungen, der fühlbaren Bedeutung eines Problems, sollen die zuvor dem Bewusstsein nicht zugänglichen Aspekte klarer verstanden und damit einer Veränderung und Lösung zugänglich gemacht werden.

Innere Akzeptanz ist der Schlüssel der weiterbringt

Im Focusing werden körperliche Empfindungen in Verbindung mit einem Problem oder Thema ernst genommen. Es wird nicht nach der Entstehung und den Hintergründen von Konflikten gefragt, sonder immer in der Gegenwart angesetzt. Was fühle und empfinde ich jetzt, in diesem Moment! Ziel ist es, Betroffene mehr und mehr in die Lage zu versetzen, ihren Körper und dessen Äußerungen besser zu verstehen.

Das Wichtigste aber ist die Erfahrung, dass der Körper über eine Art Weisheit verfügt, die ihn zu neuen, unerwarteten Lösungen bringen kann.